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Wednesday, February 1, 2023

5 nicht lustige Orte, an denen Plastik in der Umwelt vorkommt

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Plastik in der Umwelt ist nach der Klimakatastrophe vielleicht einer der größten heutigen Probleme – wenn wir der Tradition folgen, Epochen nach dem dominanten Werkstoff zu benennen (Steinzeit, Kupferzeit, Eisenzeit, …), dann leben wir in der Plastikzeit. Mikroplastik in Form mikroskopisch kleiner Teilchen ist längst überall, hier stelle ich fünf wirklich nicht lustige Orte vor, an denen Plastik in der Umweltgefunden wurde.

1.In der Tiefsee

Plastik in der Umwelt bedeutet nicht nur an uns zugänglichen Orten. Selbst in der Tiefsee hat sich das Plastik in der Umwelt mittlerweile verbreitet. Ein Tauchroboter wurde in den sogenannten Marianengraben im Pazifischen Ozean geschickt und hat mit Ködern Tiefseelebewesen eingefangen und in einem internen Labor untersucht.

Darunter war auch eine komplett neue Art an Tiefseekrebsen, die unter den widrigen Bedingungen der Tiefsee unter enormem Druck und ohne Sonnenlicht überleben können. In einer Tiefe von etwa 6.500 Metern wurde im Körper eines Jungtiers eine Mikroplastik-Faser gefunden, wie sie in PET-Flaschen vorkommt. Mahnend wurde die Art darauf Eurythenes plasticus genannt.

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5 NICHT LUSTIGE ORTE, AN DENEN PLASTIK IN DER UMWELT VORKOMMT 4

Diese Graphik verdeutlicht vielleicht, wie groß das Problem von Plastik in der Umwelt bereits ist und in welcher Tiefe nun Plastik entdeckt wurde. Man vermutet einen schädlichen Einfluss auf die Krebse.

In diesen Gebieten lässt sich das Plastik zudem unmöglich entfernen, es gab bisher nur sehr wenige bemannte Expeditionen in solche Tiefen und alle Projekte zur Entfernung von Plastik in der Umwelt zielen auf die seichteren Gebiete ab. Gleichzeitig handelt es sich bei der Tiefsee auch um die Region, die wir am wenigsten kennen, somit können wir die Auswirkungen von Plastik auf dieses Ökosystem kaum vorhersagen.

2.In menschlichem Stuhl

Ja, die Scheiße ist auch in der Scheiße. Im menschlichen Darm, in Stuhlproben und somit auch in unserem Körper wurde Mikroplastik gefunden. Tatsächlich fand sich in allen untersuchten Proben Mikroplastik, etwa 20 Kunststoffpartikel mit einer Größe zwischen 0,05 und 0,5 Millimetern pro zehn Gramm – naja, ihr wisst schon.

Inwiefern sich Mikroplastik im menschlichen Körper auf die Gesundheit auswirkt, ist unbekannt, dazu fehlen noch valide Daten. Man vermutet aber einen negativen Effekt auf den menschlichen Organismus. Man vermutet zudem, dass das Mikroplastik über Plastikverpackungen und PET-Flaschen in den menschlichen Organismus kommt.

Aber auch über Duschgels und Shampoos könnte Mikroplastik durch die Haut aufgenommen oder aber mit Zahnpasta direkt geschluckt werden. Es bietet sich daher an, ökologischere Varianten zu nutzen, etwa mikroplastikfreies oder festes Shampoo

3.In der Atemluft

Längst nehmen wir das Mikroplastik aber auch auf ganz anderen Wegen zu uns, wir atmen Plastik ein. Über Ströme in der Atmosphäre werden die kleinen Kunststoffteilchen über lange Distanzen verbreitet. Meist werden sie dann ausgewaschen und geraten so wieder in den Wasserkreislauf.

Das belegen Rückstände von Mikroplastik im Niederschlag, etwa in Regen und Schnee und auch in Eisschollen. Das war im wesentlichen auch so zu erwarten, doch die enorme Menge von Plastik in der Umwelt war überraschend, es wurden bis zu 14.400 Partikel pro Liter gefunden!

Dabei wurden zahlreiche Partikel sicher auch übersehen, denn die genutzten Methoden erfassten nur große Partikel, die Konzentration an kleinen Teilchen ist wohl noch wesentlich größer.

4.In der Antarktis

Es gibt auf der Erde im Grunde genommen keinen unberührten Ort mehr, die Antarktis ist von Umweltzerstörung am stärksten betroffen. Hier wirken sich jedoch nicht nur Klimaschwankungen am stärksten aus, auch Plastik lässt sich dort bereits finden.

Nahe des südlichsten Punktes der Erde im sogenannten Weddellmeer wurde Plastik in Schnee- und Wasserproben gefunden. Bisher hat der Zirkumpolarstrom eine gewisse Schutzfunktion gehabt, er ist die mächtigste kalte Wasserströmung der Erde und schirmt antarktische Gewässer von nördlicheren Gefilden ab.

Doch die Erderwärmung sorgt für Instabilitäten im Zirkumpolarstrom, somit fällt die natürliche Schutzfunktion nun weg und es gibt einen stärkeren Austausch zwischen dem Südpolarmeer und anderen Gewässern, etwa dem Atlantik, dem Pazifik oder dem Indischen Ozean.

5.Im Weltraum

Die Umweltverschmutzung geht jedoch längst über die Erde hinaus, etwa ist der erdnahe Orbit längst von Weltraummüll verseucht. Ausgebrannte Raketenstufen umkreisen die Erde, einige zehn oder 20 Meter groß, aber auch ausgediente Satelliten und andere Müllteile, darunter auch Kunststoff und Plastik.

Hin und wieder stürzt auch ein solches Teil auf die Erde. Ist es groß genug, so ist es dann wie ein Meteor am Himmel zu sehen, manchmal erreichen sogar einige Objekte den Erdboden. Inzwischen droht dort längst eine Kettenreaktion, denn die Müllteile kollidieren auch miteinander und werden so zu noch mehr Müllteilen, die noch häufiger kollidieren und noch mehr Müllteile entstehen lassen.

Letztlich könnte der erdnahe Orbit also eines Tages von so vielen kleinen Trümmern besetzt sein, dass es unmöglich wird, ihn zu durchqueren. Doch auch auf anderen Himmelskörpern hinterlassen wir unseren Müll, künstliche Objekte gibt es auf dem Mond, dem Mars, der Venus, dem Merkur, dem Saturnmond Titan, im interplanetaren und interstellaren Raum.

Das ist zwar nicht besonders ästhetisch, aber in den aller meisten Fällen – solange es nicht zur Kontamination von Himmelskörpern kommt – auch kein wirklich großes Problem. Wirklich wichtig ist es, dass wir unsere Heimat schützen, denn auf diese sind wir direkt angewiesen.

Also bewegt eure Ärsche, besorgt euch Mehrwegartikel und verbietet euch, sofern ihr das könnt, selbst den Gebrauch von Einwegartikeln aus Plastik.

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2 Comments

  • Mirko
    Mirko

    Guten Tag der Herr.
    Ich interessiere mich für den Kauf von nachhaltig und ökologisch schonend hergestellten Möbeln. HAben Sie da auch Tipps zu?

    Antworten

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