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Thursday, July 29, 2021

Die Arbeit der Neven Subotic Stiftung

Dies ist ein Beitrag, der im Rahmen einer Reihe rund um ein Crowdfunding für mein Buch (T)raumschiff Erde entstanden ist. Das Buch kannst du dir jetzt exklusiv als Hardcover für dich oder deine Lieben als Weihnachtsgeschenk sichern. Gleichzeitig unterstützt du die Trinkwasserversorgung in Nord-Äthiopien. Wie? Das verrate ich dir im Crowdfunding-Video. Eine Übersicht über alle Beiträge zum Titel des Buches, wo ich es drucken lasse, warum ich überhaupt ein Buch geschrieben habe und viele weitere Infos findest du hier.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Hören und würde mich freuen, wenn ihr mich dabei unterstützt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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Äthiopien & die Neven Subotic Stiftung

Wie ich im Beitrag über die Entstehungsgeschichte des Buches schrieb, hat das Buch seinen Ursprung in unserer Benefiz-Lesereise zu Gunsten der Neven Subotic Stiftung. Diese wiederum hatte ihren Ursprung in Papsis Versprechen, dass die Welt – bis er einmal nicht mehr da ist – ganz sicher eine bessere sei. Dieses Versprechen gab er mir 2014 und es schien plausibel, schließlich entwickelte sich immer alles zum besseren, die Erde wurde in den letzten Jahrhunderten in der Regel zu einem immer besseren Ort.

Nach der Wahl in den USA, dem Einzug der Nazis in den Bundestag und den ersten großen klimawandelbedingten Katastrophen fragte ich 2016 dann mal nach, wie es denn so aussehe mit der besseren Welt. Papsi gab zu, dass es nicht ideal lief, wir als zwei einzelne Menschen ja aber auch nichts tun könnten. Wenn nicht einzelne Menschen etwas tun, wer denn dann, fragte ich mich. Und wenn nicht wir, wer denn dann? Das war der Beginn unserer Lesereise. Wir wählten schnell die Neven Subotic Stiftung als Partner aus, die sich um den nachhaltigen Brunnenbau in Äthiopien kümmert. Genaueres zur Arbeit der Stiftung wird in diesem Beitrag erklärt.

Äthiopien ist ein Binnenstaat im Osten Afrikas und der von der Einwohnerzahl weltweit größte Staat, der keinen Zugang zum Meer hat, 105,3 Millionen Menschen leben in dem Land. Im Index der menschlichen Entwicklung ist Äthiopien Schlusslicht und belegt Platz 174 von 188 Plätzen. Doch seit einiger Zeit tut sich etwas, immer mehr Menschen streben auch in Äthiopien eine Schulausbildung an und wollen den westlichen Lebensstandard oder zumindest den Mindeststandard für ein menschenwürdiges Leben erreichen. Daher ist Äthiopien weltweit das Land mit der am schnellsten wachsenden Wirtschaft. 2017 hatte es eine Wachstumsrate von 8,3%. Was jedoch ebenso schnell wächst wie die Wirtschaft ist die Bevölkerung. Bis zu 3% wächst die äthiopische Bevölkerung jedes Jahr, weltweit sind es 1,2%, in Deutschland nur 0,4%.

Die Menschen in Äthiopien sind mit wenig zufrieden, doch sie wissen, dass sie zu den ärmsten der Welt gehören. Äthiopien ist das Land, in dem einst die ersten Menschen lebten und in 3.000 Jahren wurde das Land nur ein einziges Mal besetzt. Daher entwickelte sich die äthiopische Gesellschaft lange isoliert und ungestört, ein Grund dafür, dass Äthiopien ein christliches Land ist und große kulturelle Unterschiede zu Nachbarländern wie Eritrea oder Somalia aufweist. Doch die autoritäre Regierung, der lange Krieg und die Lage in der Wüste machen das Land dennoch zu einem sehr armen Land. So haben über die Hälfte der Menschen in Äthiopien keinen Trinkwasserzugang und über ein Drittel lebt in extremer Armut.

Die Projekte der Neven Subotic Stiftung liegen in der Tigray-Region. Die Tigray-Region gehört zu den ärmsten Regionen Äthiopiens und liegt im Norden des Landes. Bis zur Jahrtausendwende wütete dort der Äthiopien-Eritrea-Krieg, dem hunderttausende Menschen zum Opfer fielen. Nachdem Äthiopien die umstrittenen Regionen besetzte kehrte jedoch keine Ruhe ein: Die autoritäre Regierung wurde gestürzt, seitdem wird Äthiopien von der Revolutionären Demokratischen Front Äthiopischer Völker regiert, einer Koalition aus mehreren sozialdemokratischen, sozialistischen und marxistischen Kräften, unter anderem auch der Volksbefreiungsfront von Tigray, einer der wichtigsten Kräfte der Koalition.

Tigray liegt im Hochland und ist sehr gebirgig. Daher liegt es im Niederschlagsschatten der umgebenen Berge. Das und die menschengemachte Erderhitzung sorgen für immer häufiger auftretende und teils verheerende Dürren in der Region. Über 4,3 Millionen leben dort, 80,5% davon leben auf dem Land (weltweit leben 45% der Menschen auf dem Land, in Deutschland nur 25%). Daher leben die meisten Menschen auch von der Landwirtschaft, 95,6% der Bevölkerung ist zudem christlich.

Äthiopien ist ein Land voller Chancen und voller Willen, ein besseres Leben zu erreichen und ein Teil der globalisierten Welt zu werden. In Äthiopien gibt es schier endlose Energieressourcen, touristisch interessante Ziele und viele ehrgeizige und junge Menschen. Während wir in Europa vor dem Problem einer alternden Gesellschaft stehen, lag das Durchschnittsalter in Äthiopien im Jaht 2015 bei 18,33 Jahren. Doch gewisse Grundvoraussetzungen sind nötig, um sich zu entfalten und ein menschenwürdiges Leben zu führen.

663.000.000 Menschen auf der Erde haben keinen direkten Trinkwasseranschluss.

Das entspricht:

  • Über achtmal der Bevölkerung Deutschlands.
  • Drei von zehn Menschen auf der Erde.

Und das im 21.Jahrhundert, was für eine Schande! Trotz all des technischen Fortschritts schaffen wir es nicht, jedem Menschen auf der Erde den Zugang zu Wasser ermöglichen. Es scheint, als wäre durch die Globalisierung jeder Ort auf der Erde nur wenige Meter entfernt. Doch uns Europäern scheint es häufig so, als lägen Länder wie Äthiopien auf der anderen Seite der Galaxis.

1000 Kinder sterben täglich an den Folgen verunreinigten Wassers.

Das entspricht:

  • 42 Kindern pro Stunde.
  • Etwa drei Kindern alle zwei Minuten.
  • Etwa einem Kind alle 40 Sekunden

6 von 10 Menschen haben keinen Zugang zu einer Toilette.

Dass eine solche Dauerkatastrophe auf der Erde geschehen kann, ohne dass sich jemand daran zu stören scheint, ist wirklich beängstigend. Doch nicht alle sind so. Einige Menschen scheint dies zu stören. Einer davon ist Neven Subotic, ein Profilfußballer, der lange bei Borussia Dortmund spielte und heute in einem der schönsten Stadien Deutschlands spielen darf, bei Union Berlin. 2012 gründete er dann die Neven Subotic Stiftung. Warum wir uns für die Neven Subotic Stiftung entschieden haben?

  • Weil Wasser das elementarste Grundrecht eines Menschen ist und 2010 zum Menschenrecht erklärt wurde.
  • Weil jeder Spenden-Euro gezielt in ein Projekt fließt und es keine Abzüge für Verwaltungs- und Reisekosten gibt. All diese Kosten übernimmt Neven Subotic selbst.
  • Weil der Brunnenbau der Neven Subotic Stiftung nachhaltig ist und eine Perspektive für Bildung und Sicherheit bietet.

Wie das konkret vor Ort funktioniert, erklärt euch am besten der Gründer selbst.

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Der 28.07.2010 ist ein großer Tag. Am 28.07.2010 erklärte die UN den Zugang zu Wasser offiziell zum Menschenrecht. Eigentlich. Dennoch ist dieses Recht für viele Menschen auf der Erde nicht erfüllt. Ziel der UN ist es, bis 2030 einen einfachen Zugang zu Wasser und Hygiene auf der ganzen Welt zu schaffen. Sollte es bis dahin so weitergehen, werden noch über vier Millionen Kinder an den Folgen verunreinigten Wassers sterben. Doch selbst dieses Ziel scheint inzwischen beinahe unrealistisch.

Die Neven Subotic Stiftung orientiert sich beim Brunnenbau hingegen an den Standards der äthiopischen Regierung. Noch können viele Kinder nicht zur Schule gehen, da sie die meiste Zeit des Tages Wasserkanister viele Kilometer durch die Wüste tragen müssen. Außerdem gibt es in vielen Schulen keine geschlechtergetrennten Toiletten, daher könnten – wenn überhaupt – nur die Jungen in die Schule gehen. Wasser ist der Schlüssel zu allen anderen Grundrechten und deshalb haben wir uns entschlossen, die Neven Subotic Stiftung zu unterstützen.

Ihr habt Fragen zur Arbeit der Stiftung? Setzt sie als Kommentar unter diesen Beitrag oder sendet sie uns per Mail an wochenendrebell@wochenendrebell.de. Im Rahmen einer Podcastfolge führen wir demnächst ein Interview mit dem Team der Stiftung, in dem sie ihre großartige Arbeit erklären und auch eure Fragen beantworten können.

Nachtrag: Wir haben das Interview geführt, aber Papsi hat die Aufnahme vermurkst. Daher werden wir es bei Gelegenheit wiederholen, ihr könnt also weiterhin Fragen stellen.

Das Crowdfunding-Video:

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Das Crowdfunding-Video zum Teilen und Verbreiten. Am besten mit Crowdfunding-Link. 😉
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