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Tuesday, October 26, 2021

Ein Text über meine Motivation

Dies ist ein Beitrag, der im Rahmen einer Reihe rund um ein Crowdfunding für mein Buch (T)raumschiff Erde entstanden ist. Das Buch kannst du dir jetzt exklusiv als Hardcover für dich oder deine Lieben als Weihnachtsgeschenk sichern. Gleichzeitig unterstützt du die Trinkwasserversorgung in Nord-Äthiopien. Wie? Das verrate ich dir im Crowdfunding-Video. Eine Übersicht über alle Beiträge zum Titel des Buches, wo ich es drucken lasse, warum ich überhaupt ein Buch geschrieben habe und viele weitere Infos findest du hier.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Hören und würde mich freuen, wenn ihr mich dabei unterstützt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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Meine Motivation, ein Buch zu schreiben

Motivation klingt irgendwie positiv, ich habe bei dem Wort immer die völlig unangemessenen, überglücklich wirkenden Begrüßungen in YouTube-Videos im Kopf, die man einfach nicht sehen will, wenn man gerade richtig schlecht drauf ist. Doch Motivation muss nicht positiv sein, denn in meinem Fall bestand die Motivation darin, einen negativen, einen unhaltbaren Zustand auszuräumen. Dazu zählt zum einen der Zustand in Nord-Äthiopien, den wir durch unsere Unterstützung der Neven Subotic Stiftung verbessern wollen, darauf bin ich im Beitrag über die Entstehungsgeschichte von (T)raumschiff Erde eingegangen.

Durch diesen Hintergrund bekam ich meine konkrete Idee und setzte diese dann auch um, doch der Wille, ein Buch zu schreiben, entstand schon viel früher aus einer anderen Situation heraus. Es ging um mein ganz eigenes Bemühen, die Klimaneutralität zu erreichen, also keine Treibhausgase mehr in die Atmosphäre zu emittieren, bzw. die stark reduzierten Restemissionen wieder auszugleichen. Dazu schränkte ich mich in meiner Lebensqualität radikal ein, doch irgendwann war einfach nicht mehr viel Luft nach unten.

Ich dachte mir nun, dass ich ja auch auf andere Leute Einfluss nehmen könnte, am besten erstmal auf meine direkte Umgebung, also meinen Haushalt. Zugegeben, unsere Familie war bis dahin nicht gerade vorbildlich, wir waren schon ziemliche Umweltsäue. Bei einer Berechnung der Emissionen, den man im Deutschen Museum in München vornehmen kann, lag unsere Familie in den Emissionen noch um ein Drittel über dem deutschen Durchschnitt von etwa neun Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr und Person und emittierte ein Vielfaches des klimaverträglichen Budgets von 2,3 Tonnen.

Wir hatten bei uns zuhause schon lange eine direkte Demokratie eingeführt, jeder konnte in gemeinsamen Sitzungen einen Antrag stellen, über den dann frei abgestimmt wurde. Durch die bloße Darlegung der alarmierenden Situation, in der sich die Menschheit befindet, gelang es mir, den Fleischkonsum zu reglementieren und innerhalb weniger Monate um 80% zu reduzieren, Autofahrten auf Kurzstrecken und in die Stadt zu verbieten, Einwegartikel aus Plastik zu verbieten und verschiedene familieninterne Umweltabgaben einzuführen. Unsere Emissionen sanken bis auf sechs Tonnen. Und da kam mir die Idee…

Wieso bei vier von 7,6 Milliarden Menschen bleiben? Wieso nicht versuchen, auf viel mehr Menschen Einfluss zu nehmen, auf Tausende oder Zehntausende? Klar, auf diese Menschen habe ich keinen verbindlichen Einfluss, sie unterstehen schließlich nicht den Beschlüssen unserer familieninternen Sitzungen und über eine Kontrollmöglichkeit verfüge ich auch nicht. Dennoch würde ich durch die erdrückende Menge der Menschen um Größenordnungen mehr erreichen können.

Ich brauchte nun ein Medium, das sich für fundierte wissenschaftliche Publikationen eignet und dennoch die breite Masse anspricht – dafür ist ein Buch perfekt. Ich überschlug, dass ich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wahrscheinlich 14 Jahre alt sein würde. Das ist ein sehr gutes Alter, um aus einer objektiven Perspektive auf die Situation zu blicken. Schließlich werde ich mit einer Tatsache konfrontiert sein, die ein Grundprinzip unserer Welt ist, aber in den letzten Jahren regelrecht vergessen wurde: Jede Tat hat eine Konsequenz. Da Tat und Konsequenz aber oft (streng genommen immer) zeitversetzt auftreten und die menschliche Lebensspanne begrenzt ist, leidet unsere ganze Spezies unter chronischer zeitlicher Kurzsichtigkeit.

Auch aus anderen Perspektiven heraus ist der Zeitpunkt perfekt. Es wäre falsch, von einer positiven Entwicklung zu sprechen, die in letzter Zeit geschah – auf der Erde werden immer noch Kohlekraftwerke neu gebaut, es leugnen immer noch Menschen den Klimawandel und die Anzahl der KFZ-Zulassungen geht ebenfalls nicht zurück. Doch es geschieht ein Umdenken und das ist der Anfang, auch wenn er mit großer Wahrscheinlichkeit zu langsam und zu spät kommt.

Ich präsentiere in meinem Buch eine sehr radikal anmutende Auslegung dieses Umdenkens, doch es ist nicht mehr als das, was nötig ist, um die vertraglich zugesicherten Klimaziele einzuhalten – alles andere wäre radikal.

Meine Generation versteht endlich, dass sie hier betrogen wird, dass sie Opfer eines Verbrechens sind, welches erkannt, aber nicht anerkannt wird. Vielleicht ist das, was wir in den letzten Jahrzehnten im Klimaschutz nicht erreicht haben auch nur eine milde Form des Klimawandelleugnens. Denn wenn wir das Ausmaß des Klimawandels wirklich verstanden und anerkannt hätten, dann gäbe es schon heute keine Kohlekraftwerke mehr auf diesem Planeten. Ich glaube, diese Phase neigt sich bei den Menschen dem Ende zu.

Wenn ich an die Zukunft denke, dann tue ich das einerseits optimistisch, da die gesamte Menschheitsgeschichte in der Regel von einer Abnahme an Gewalt und einer Zunahme der Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts geprägt ist und es keinen Anlass gibt, dass sich dies jetzt ändert. Anderseits blicke ich aber auch panisch in die Zukunft. Selbst ich, trotz der Tatsache, dass ich erst 13 Jahre die Erde bewohne, spüre die Veränderungen. Ich spüre, dass ich als ich Kleinkind war jedes Jahr von Wespen und Mücken gestochen wurde und jetzt seit fünf Jahren kein einziges Mal. Ich spüre auch, dass wir uns von der Vorstellung gemäßigter Jahreszeiten verabschieden müssen und weiß, dass dies noch tragbare Verluste sind, die nur einen Vorgeschmack bieten, auf das, was in den nächsten Jahrzehnten kommt. Ich glaube aber auch, dass der Widerstand, der nun von der jungen Generation zu spüren ist nur ein Vorgeschmack auf das ist, was noch kommen wird.
Das Buch soll ein Beitrag zu dem jetzigen Umdenkprozess in unserer Gesellschaft sein. Ich würde es auch jedem Menschen schenken, aber irgendwie haperte es an der Finanzierung. Es soll einfach nur die Fakten darlegen und zeigen welche Maßnahmen jetzt notwendig sind, um die drohende Katastrophe zu verhindern. Ich glaube, dass man die Leute dann gar nicht mehr auffordern muss, sich umweltfreundlich zu verhalten. Das kommt bei Kenntnis der Fakten von selbst.
Helft mir helfen.

Das Crowdfunding-Video:

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